Elisabeth Reinthaler – ein Leben für die Erneuerbaren

 

oekostrom Kapitalerhöhung 2021
Elisabeth Reinthaler arbeitet seit November 2020 in der Projektentwicklung bei der oekostrom AG.

06. Mai 2021: Elisabeth Reinthaler ist seit November 2020 Projektentwicklerin für Photovoltaik- und Windkraftwerke bei der oekostrom AG. Im Interview spricht sie über ihre Aufgaben und aktuelle Projekte, aber auch über ihr privates Engagement im Umweltbereich.

 

Du bist nun ein halbes Jahr bei der oekostrom AG – was sind deine Eindrücke aus den ersten Monaten? Wie bist du zur oekostrom AG gekommen?

Ich bin sehr herzlich im oekostrom AG-Team aufgenommen worden. Der Umgang in der Firma erscheint mir trotz der Corona-Situation sehr positiv, professionell und respektvoll. Ich habe auch den Eindruck, hier arbeiten ausschließlich Menschen, denen Umwelt und Klima ein echtes Anliegen ist. Sie machen ihr persönliches Anliegen zum Job.

Ich bin seit über 10 Jahren im Bereich der Erneuerbaren Energien aktiv. Während meiner Babypause habe ich den großen Aufwind im Bereich Photovoltaik gespürt und meine Fühler ausgestreckt. Die oekostrom AG war immer schon auf meiner Agenda und hat zufällig auch zur selben Zeit jemanden für den Photovoltaikbereich gesucht – und so kam es zu einem Match. Es war sehr glückliches Timing für meinen Wiedereinstieg!

 

Welche Aufgaben hast du bei der oekostrom AG?

Meine zentrale Aufgabe ist es, Photovoltaik-Projekte zu entwickeln. Das heißt, zuerst mal geeignete Dächer und Freiflächen für PV-Kraftwerke finden, Konzept und Pläne erstellen, um Genehmigungen aller Art ansuchen, den Netzanschluss sicherstellen und danach ran an die Umsetzung. Kurz gesagt ist meine Aufgabe, unseren Kraftwerkspark auszubauen, um unsere Kunden mit selbst produzierter, sauberer, CO2-freier Energie zu versorgen.

 

Welches ist dein aktuelles Projekt?

Ich hab mehrere Bälle in der Luft! Im Burgenland arbeite ich z. B. an einem Hybrid Kraftwerk. Das heißt, hier soll Wind- und Sonnenkraft an einem Standort erzeugt werden.

Wind und Sonne ergänzen sich gut und produzieren meist nicht gleichzeitig.

So kann man sich die Stromleitungen teilen und Kosten sparen. Zudem ist eine PV- Anlage mit Doppelnutzung geplant, die sich über knapp 5 Hektar erstrecken wird. Einen Teil davon möchten wir den Bürger*innen vor Ort als Bürgerbeteiligungsmodell anbieten. Das heißt, man kann sich mit einem Sonnenbaustein z. B. um ca. 500 EUR das Stück beteiligen und erhält eine jährliche Verzinsung dafür.

Wir möchten eine Biodiversitätsinsel schaffen, wo Tiere unter den PV-Modulen grasen und sich Insekten zu Hause fühlen – wo es summt und brummt.

 

oekostrom Kapitalerhöhung 2021
Elisabeth will hoch hinaus – hier auf einer unserer Windkraftanlagen in Parndorf.

Welche Pläne seitens der Produktion gibt es für 2021?

Mit Hilfe des neuen Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes (EAG) wollen wir neben der Windkraft auch den Photovoltaik-Bereich forcieren. Wir wollen die PV auf die Dächer aber auch auf die Freiflächen bringen. Freiflächenanlagen wollen wir vor allem auf Böden mit minderwertiger Bodenqualität oder auf technisch vorbelasteten Flächen wie z. B. Deponien oder entlang von Autobahnen errichten und uns zudem auf eine ökologische Umsetzung konzentrieren. Das heißt z. B. mit einer Doppelnutzung (Agro-PV), oder auf Biodiversitätssteigerung achten.

 

Engagierst du dich auch privat im Umweltbereich?

Ja, ich bin Gemeinderätin in Niederösterreich. Als Projektleiterin für den Radwegebau (unser Herzensprojekt) arbeiten wir an einem sicheren baulich getrennten Radweg durch die ganze Stadt. Wir durften, nach einem Jahr intensiver und quasi ehrenamtlicher Arbeit, im April einen großen Erfolg feiern, als der Spatenstich des ersten Radwegabschnitts tatsächlich erfolgt ist.  Zudem bin ich Radverkehrsbeauftragte und setze verschiedene Aktionen in unserer Stadt, um den Radverkehr zu fördern, wie z. B. das Projekt “Einkaufsradeln” und für genügend Radabstellplätze zu sorgen. Im Umweltausschuss arbeiten wir daran ökologische Projekte umzusetzen (wie z. B. das Öklo, Natur im Garten-Maßnahmen, Flurreinigung etc.).

 

Dein persönlicher Nachhaltigkeitstipp für den Alltag?

Wir haben ein massives Verkehrsproblem in unserer Kleinstadt. Deshalb, aber auch aus anderen Gründen wie z. B. der Stromeinsparung und der Chance auf Bewegung im Alltag, lasse ich so oft wie möglich unser E-Auto stehen und steige auf das Lastenrad um. So radle ich z. B. unsere zwei Buben in den Kindergarten, einkaufen oder zu den Terminen.

Wir aktivieren den Geschirrspüler, die Waschmaschine oder laden das Auto vor allem dann, wenn die Sonne auf unsere Photovoltaik-Module scheint.

Da würde mir noch so ein Cockpit an der Wohnzimmerwand gefallen, wo ich immer den genauen PV-Ertrag und aktuellen Strombedarf ablesen könnte!


Katharina Steinbichler

Beitrag von

Katharina Steinbichler

in Energiewende