Parndorf Repowering: Mit dem neuen Projekt verdoppeln wir die Stromerzeugung

 

27. April 2021: Im Interview gibt Christoph Großsteiner, einer der beiden Geschäftsführer der oekostrom Produktions GmbH, Einblicke in eines der größten Projektes in der Geschichte der oekostrom AG: Dem Parndorf Repowering.

Das Projekt Parndorf Repowering wird das Größte in der Unternehmensgeschichte der oekostrom AG: Was sind die konkreten Pläne?
Vierzehn bestehende Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 19,5 MW unserer beiden Windparks Parndorf 1 und 2, die in den Jahren 2003 bzw. 2004 in Betrieb genommen worden sind, werden abgebaut und durch sieben neue Anlagen ersetzt. Der neue genehmigte Windpark hat eine Gesamtleistung von rund 23,1 MW. Mit einer angestrebten Änderung des bereits genehmigten Projekts soll die Nennleistung um weitere 4 MW gesteigert werden. Die Stromerzeugung kann mit dem neuen Projekt im Vergleich zu den abzubauenden Anlagen verdoppelt werden!

oekostrom Kapitalerhöhung 2021

Seit wann bist du an diesem Projekt dran?
Das Projekt Parndorf Repowering beschäftigt mich schon seit Anfang des Jahres 2015. Mitte des Jahres 2016 konnte der Bescheid der Umweltverträglichkeitsprüfung erwirkt werden. Ende 2019 haben wir dann endlich die Tarifzusage von der OeMAG, der Abwicklungsstelle für Ökostrom, erhalten.

Wie ist der aktuelle Stand?
Beim bereits genehmigten Repowering-Projekt unseres Windparks in Parndorf im Burgenland warten wir auf den Änderungsbescheid, um noch größere und effizientere Anlagen in diesem außerordentlich guten Windfeld umsetzen zu können. Der Anlagenliefervertrag sowie ein Wartungsvertrag wurden unter Vorbehalt der behördlichen Genehmigung bereits mit dem Anlagenhersteller Vestas unterschrieben. Der behördlichen Bescheid ist Anfang Mai eingelangt.

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Christoph Großsteiner, Geschäftsführer der oekostrom Produktions GmbH

Werden die Arbeiten zum Projekt durch die Covid 19-Krise behindert bzw. verlangsamt? Gibt es zusätzliche Herausforderungen durch die aktuelle Krisensituation?
Der Abstimmungsprozess mit den Behörden bzw. Sachverständigen funktioniert über die neuen Medien gut. Wie rasch jedoch die Bearbeitung der Antragsunterlagen zum angestrebten Änderungsbescheid passiert, bleibt abzuwarten. Der Prozess zur dinglichen Grundstückssicherung ist jedenfalls herausfordernder als sonst, da viele der Eigentümer physisch Notare aufsuchen müssen und oftmals mit den neuen Medien nicht ganz so vertraut sind bzw. sich in solch wichtigen Entscheidungsprozessen auch nicht ganz darauf verlassen.

Was erreicht die oekostrom AG mit dem neuen Projekt?
Bis zum Jahr 2023 werden bei Genehmigung insgesamt sieben Anlagen des Typs Vestas V126 bzw. V136 mit Gesamthöhen von bis zu rund 230 Metern errichtet, die unsere Eigenerzeugung um rund 35 GWh steigern werden. Damit verdoppeln wir die jährliche Stromproduktion an unserem besten Produktionsstandort.

Mit der erzeugten Energiemenge können mehr als 22.000 Haushalte versorgt und jährlich 50.000 Tonnen CO2 eingespart werden!

Christoph, gib uns bitte noch einen kurzen Überblick über die finanziellen Parameter des Projektes.
Die derzeit geplanten Investitionskosten betragen etwa 40 Mio. EUR. Der Eigenkapitalbedarf für die oekostrom AG wird sich auf rund 4 – 5 Mio. EUR belaufen. Obwohl wir mit dem guten Jahresergebnis 2019 unsere Kapital- und Liquiditätsbasis verbessert haben, werden wir dafür wohl frisches Kapital benötigen.


Gudrun Stöger

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Gudrun Stöger

in Energiewende